VZK Bad Kissingen, 8. November 2003

Die musikalischen Hügel von Afrika
Bockleter Journalistin Gabi Zahn hebt Klassik-Event in Südafrika aus der Taufe

Von unserem Redaktionsmitglied FRANK KUPKE

Bad Bocklet/Kapstadt. Momentan herrsche gerade Aprilwetter auf der anderen Seite des Globus, sagt Gabi Zahn ins Handy. Die Bad Bockleter Journalistin meldet sich aus der Nähe von Kapstadt in Südafrika. Urlaub macht sie dort nicht. Oder zumindest nicht in erster Linie. Denn das Ziel ihres dreiwöchtigen Aufenthaltes auf der Südspitze des schwarzen Kontinents ist es, eine Vision in die Tat umzusetzen: ein Festival für klassische Musik in ihrem Traumland Südafrika.

Wenn der Bazillus afrikanus einmal erwischt hat, den lässt er nicht mehr los", sagt Gabi Zahn. Und sie weiß, wovon sie redet. Nicht nur dass sie von 1983 bis 1987 in Südafrika gelebt hat, weil ihr Mann dort seinerzeit beruflich tätig war: In der Zwischenzeit ist sie mindestens zwanzig Mal da gewesen. Ihr jüngster Tripp dorthin ist durchaus erfolgreich gewesen. Mit dem Festival Cape Classic erfüllt sie sich und allen Fans klassischer Musik einen Lebenstraum. 2005 soll es so weit sein.

Eine "irre Zitterpartie" sei es zwar immer noch, ob wirklich alles so klappt, wie sie es sich vorgestellt hat, sagt Gabi Zahn, die am heutigen Samstag, 8. November, in die Rhöner Lande zurückkehrt. Immerhin: Termine, Aufführungsort, Künstler und Sponsoren sind gefunden.

Feinster Klassik auf dem Weingut
Unter dem Motto The Magic of Music sollen vom 19. bis 27. Ferbuar 2005 ingesamt neun Abendkonzerte und zwei Matinées auf dem Weingut Blaauwklippen aus dem Jahr 1690, eine Autostunde von Kapstadt, über die Bühne gehen. Gelegen mitten in der berühmten hügeligen Weingegend von Stellenbosch, bieten Landschaft und Natur das ideale Ambiente für das Klassik-Event.

Als die musikbegeisterte Journalistin und MAIN-POST-Mitarbeiterin, die dank ihrer Pressearbeit ùner hervorragende verbindungen zu den renommiertesten europäische Künstler verfügt, diese bei verschiedenen Gelegenheiten auf ihre Vision ansprach, sei die Resonanz überraschend positiv gewesen, sagte Gabi Zahn. "Das hat mir Mut gemacht." Hauptproblem bei der Realisierung war und ist natürlich das leidige Geld. Privatsponsoren sollen die Patenschaft für ein oder mehrere Konzerte des Festivals übernehmen. Mittlerweile gibt es Zuschüsse vom bayerischen Freistaat, der nämlich einen Parnterschaftvertrag mit der Region Western Cape hat, in der der Verantstaltungsort liegt. Auch Bundesmittel stehen in Aussicht. Das lokale Fine Music Radio will das Ganze nicht nur unterstützen, sondern sogar mit ins Sendeprogramm nehmen. Die nahe Universität Stellenbosch möchte anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens im selben Jahr mindestens ein Konzert in ihre Hallen holen. Die Räumlichkeiten bieten zudem ideale Möglichkieten für eine CD-Aufnahme. Jetzt hat Gabi Zahn endlich Mäzene gefunden, die die Flugtickets für die ingeladenen Künstler sponsern, die von Gabi Zahns Idee im Übrigen hellauf begeistert sind.

Genüsse für Ohr und Gaumen
Kein Wunder. Schließlich hat Cape Music weitaus mehr im Angebot als klassischen Musikgenuss bei Klavierkonzerte, Kammermusik- und Liederabenden. Auch der lukulische Aspekt soll keineswegs zu kurz kommen. Die Konzerte finden nämlich im Februar und damit zur Zeit der dortigen Weinlese statt. So sind denn afrikanische Kombipacks aus Ohren- und Gaumenfreuden der besondere Clou der Veranstaltung. Alle Konzerte sollen im Freien auf der Terasse des Weinguts stattfinden. Eine Konzert-Muschel soll die notwendigen akustischen Bedingungen erfüllen. Und Gabi Zahn hat ehrgeizige Ziele. Mit der Konzertreihe soll nach 2005 keineswegs Schluss sein: Cape Classic ist als jährliche Veranstaltung jeweils in den letzten zwei Februar-Wochen geplant.

Für 2005 haben folgende Künstler ihr Kommen zugesagt: die norwegische Sopranistin Isa Katharina Gericke, der Münchener Cellist Daniel Müller-Schott, die Marburger Altistin Franziska Gottwald, der Koblenzer Pianist Martin Stadtfeld, der Bassbariton Jochen Kupfer aus Grimma sowie die Dessauer Pianistin Susanne Griesa. Die Verhandelungen mit einer renomierten Geigerin laufen noch.

Kontakt für weitere Infos:
cape-classic@gabizahn.de